Dienstag 9. September
Ankunft in La Reunion um 9 Uhr 50 mit rauer Landung, die Zeitverschiebung beträgt 2 Stunden, die Zollformalitäten sind schnell erledigt und neben dem Flughafen nur einige Schritte entfernt können wir bei AVIS unser Leihauto einen Citroen 4 abholen - leider ein wenig klein für 4 Personen und so quetschen wir unser Gepäck in jede Ecke hinein. Von hier aus geht es der Westküste entlang nach St. Andre, bei der Ausfahrt D 48 zweigen wir nach Hellbourg in die Cirque de Salazie ab.
Schon am Eingang des Talkessels offenbart sich sein Zauber in unzähligen Wasserfällen, die sich wie Fäden an den steilen Felswänden der Bergmassive herunterschlängeln. Kurz vor der symbolischen Pforte zum Cirque, einer Brücke die als La Escalier bezeichnet wird, fährt man unter dem Roche qui pleure hindurch, einem kleinen Wasserfall, der sich vornehmlich nach der Regenzeit bemerkbar macht und direkt auf die Straße niedergeht. Viele Autofahrer bremsen unter dem »weinenden Stein« nicht nur wegen der schlechten Sicht und der nassen Fahrbahn, sondern um die Gelegenheit für eine kostenlose Wagenwäsche zu nutzen.
Salazie, was im Madagassischen soviel wie »gutes Lager« bedeutet, war lange Zeit Zufluchtsort für vorwiegend aus Madagaskar stammende, von den Plantagen der Küstenregionen entflohene Sklaven. Viele Orte im Cirque tragen noch heute die Namen berühmter Schwarzer, so zum Beispiel der Piton De Anchaing, um den sich zahlreiche, traurige Legenden ranken. Anfang des 19. Jahrhunderts zogen immer mehr weiße Siedler in den Cirque, die sich, von den großen Plantagenbesitzern der Küsten ihrer Grundlagen beraubt, auf dem fruchtbaren Boden der Höhen eine neue Existenz aufbauen wollten. Die üppige Vegetation verdankt der Cirque dem feuchtwarmen Klima des Ostens. Berühmt wurde er vor allem für sein Chou-chou, eine Gemüsepflanze deren hellgrüne, gurkenähnliche Knollen ebenso verzehrt werden wie die Blätter und Ranken. Anfang das 20. Jahrhunderts rückte der Salazie ins Licht der Modewelt, als aus den getrockneten und ausgeschabten Fasern des ursprünglich aus Brasilien stammenden Chou-chou, Hüte und andere Accessoires für die feine Gesellschaft Europas produziert wurden. Die italienischen Hauptabnehmer brachten ihr den Namen »Pai d´Italie« ein.
Die erste größere Ortschaft des Cirque stellt das gleichnamig Salazie dar. Die wenigsten Besucher halten sich lange in der von Betonhäusern dominierten Siedlung auf. Von Salazie aus geht es in steilen Serpentinen nach Hellbourg. Kurz nach Salazie kann man die so genannten Brautschleierfälle betrachten.
Hier übernachten wir für 2 Tage im Hotel Le Relais de Cimes das am Ende des Dorfes steht, es hat 29 Zimmer mit Dusche, WC und Satellitenfernsehen - von hier aus hat man schon tolle Ausblicke auf die umliegenden Berge. Das Zimmer ist einfach, sauber und ruhig. Am Nachmittag machen wir Spaziergänge in die Umgebung des Dorfes, besuchen den wunderschönen mit vielen Blumen bewachsenen Friedhof und genießen einen sonnigen Tag auf der Terrasse des Hotels. Betrachtet man sich Hell-Bourg mit seinen prächtigen kreolischen Holzhäusern und den alten Villen, so scheint die Zeit seit damals stehen geblieben zu sein. Auch heute gehören die Besucher zu den wichtigsten Einnahmequellen der Stadt. Abends essen wir im hoteleigenen Restaurant, ich bestelle mir ein Gericht mit dem klingenden Namen „ Tides au Massale de Beouf“ und bekomme Rindermagen in Curry - zum Glück nimmt mir Papa diese Speise ab.
Mittwoch 10. September Nach dem Frühstück und bei herrlichem Sonnenschein fahren wir um 8 Uhr nach Salazie, kurz davor zweigt die Strasse nach Le Belier ab. Wir kommen nach Mare a Vieille Place, ein kleines Dorf mit bunten einfachen kreolischen Hütten, weiter geht’s durch eine wilde schroffe fast unberührte Natur mit tiefen Schluchten nach Grand Ilet und danach in steilen Serpentinen hinauf nach Le Belier bis zum Ende vom Parkplatz. Von hier aus wandern wir in einer Stunde auf ein Joch und genießen tolle Ausblicke in die Cirque Mafate auf das Dorf La Nouvelle - dieser Teil der Cirques kann nur zu Fuß erreicht werden, Nebel tritt sehr schnell auf und man sieht dann kaum einige Meter weit, plötzlich Geräusch eines Hubschraubers der vom Joch aus Lebensmittel und lebendige Hühner in das Tal fliegt. Auf dem Weg zurück zum Auto sieht man an den schroffen Felsen eine Vielzahl von alpinen Blumen in allen Farben. Stopp an einem Fluss und dann am Nachmittag in Hellbourg in einem kleinen Cafe ein Mittagessen eingenommen. Es gibt ein Curry mit Huhn, Reis und Chou Chou Gemüse. Abends essen wir wieder im Hotel.
Donnerstag 11. September
Heute stehen wir schon früh auf, frühstücken und fahren bis St. Andre und dann der Küste entlang bis zu unserem nächsten Hotel in Grand Anse das Palm&Spa, ein Hotel der Luxusklasse. Nach St. Benoit geht es bei Beaufonds von der Autobahn auf die N2 - bis Ste Rose durchqueren wir große Zuckerrohrfelder um danach an der Küste klein gelegene Dörfer die mit vielen Blumen geschmückt zu durchqueren. Immer wieder hat man tolle Ausblicke auf die Küste, meist sehr wild und schroff, nur selten sieht man kurze Strandabschnitte. Kurz nach Sainte-Rose kommen wir zur Kirche Notre-Dame des Laves in Piton Sainte-Rose Hier findet man Zeugnisse eines der vielen kleinen Wunder Réunions. Notre-Dame des Laves, eigentlich eine ganz normale Kirche, wären da nicht die noch heute sichtbaren Lavamassen, die das Gotteshaus umschließen. Während des Ausbruchs 1976 gelangte das Magma, nachdem es zuvor den kleinen Ort Piton-Sainte-Rose durchquert hatte, bis zur Kirche, teilte sich und floss um das Gebäude herum.
Nach Bois Blanc durchqueren wir die Lavaströme der vergangenen Ausbrüche. Ein Paradies für Fotografen um die herrlichen Lavafelsen aufzunehmen. Nach diesen Lavaströmen nehmen wir einen Kaffee in Tremblet ein und kaufen etwas Vanilleschoten St. Philippe, Baril und Cap Mechant Die Stadt St. Philippe hat für Touristen nicht viel zu bieten. Interessant ist jedoch die wildromantische Regenwald- und Lavalandschaft. Oberhalb von St. Philippe befindet sich der Foret de St. Philippe, in dem sich zwei interessante botanische Lehrpfade befinden. Zu erreichen sind diese über eine Forststrasse, die gut 1 Kilometer westlich von St. Philippe rechts abgeht. Leider hat unsere Zeit nicht mehr ausgereicht, um uns auf den Pfad zu begeben.
Wen es interessiert, der informiere sich am besten in St. Philippe oder im Hotel. Unser Gastgeber im Hotel Le Baril im Ortsteil Baril wusste jedenfalls viel darüber zu erzählen. Auch der Jardin des Parfums et des Epices, der Parfüm- und Gewürzgarten, befindet sich in der Nähe. Weitere Informationen erhält man in der Office du Tourisme in St. Philippe. Nur einen Kilometer weiter Richtung St. Joseph befindet sich die Zufahrt zum Cap Méchant, einer Felszunge, die schon in der Piratenzeit berühmt berüchtigt war. Hier blickt man auf den ständigen Kampf zwischen dem schroffen Lavagestein und die Meer... Der Süden Réunions ist geprägt von den Ausläufern des Piton de la Fournaise im Osten und dem Zugang des Cirque de Cilaos. Hinter den drei Küstenstädten St. Joseph, St. Pierre und St. Louis beginnt die Landschaft sanft anzusteigen und bildet zwischen dem Cirque de Salazie und dem Piton de la Fournaise dann das Hochplateau, die Plaine. Im äußersten Südosten geht unsere Rundtour um die Insel weiter. Am östlichsten Punkt der Insel gibt es interessante Lavafelder zu besichtigen. Der Vulkanlehrpfad Point de la Table Dieser interessante Lehrpfad befindet sich von Norden kommend kurz vor St. Philippe. Hier kann man Zeuge werden, wie über 2 Mio. Kubikmeter Lavamasse des Vulkanausbruches von 1986 die Insel um ca. 25 ha vergrößert haben. Sehenswert sind vor allem die vielen unterschiedlichen Lavaarten, Einschlüsse, Tuben und Lavatunnel, die es hier zu entdecken gibt.
Das Hotel Palm&Spa Beim Erreichen unserer Unterkunft in Grand Anse sind wir von unserem sehr noblen und modernen Hotel begeistert, schon die Begrüßung (warme Tücher und Cocktails) lässt erahnen dass wir an einem feinen Ort gelandet sind. Die Zimmer sind vom feinsten, Flachbildschirm, Blumen auf dem Bett, exklusive Minibar, Früchtekorb usw., Tagsüber erholen wir uns am Pool, genießen die Aussicht auf den Strand den man in 15 min zu Fuß erreicht, das Hotel selber ist oberhalb des Strandes in den Hügel gebaut. Von der Terrasse aus können wir am Nachmittag Wale beobachten. Dann spazieren wir in ca. 15min an den Strand „Grand Anse“, sammeln wunderschöne Muscheln. Der Strand selbst lässt jedes Urlauberherz höher schlagen. Inmitten einer Bucht findet man schattenspendende Palmen, weißen Sand und eine Küste wie aus dem Bilderbuch. Einziger Wermutstropfen: man kann, auch bei ruhiger See, wegen der starken Strömungen nicht baden. Nur ein geschütztes Felsbecken sorgt für Erfrischung. Während der Nebensaison und unter der Woche ist es in der Regel angenehm ruhig. Abends essen wir im Hotel, sehr fein aber auch sehr teuer und keiner isst was er bestellt hat. Die billigste Flasche Rotwein kostet 28€ und auf der Rechnung scheint dann 58€ auf. Eine Hauptspeise gibt es nicht unter 20€. In allem bezahlen wir 220€.
Freitag 12. September Wolkenloser Himmel, Frühstück um 6 Uhr und um 7 Uhr fahren wir zum Vulkan Piton de la Fournaise (2632m), zuerst der Küste entlang dann über La Tampon, Bourg Murat bis zum Parkplatz Pas de Bellecombe auf 2305m. Schon die Anfahrt ist atemberaubend, tiefe Schluchten, Almen mit Kühen und die schroffe Vulkanlandschaft.
Margit und Manfred machen sich auf um den Gipfel zu besteigen - zuerst muss man in einen gewaltigen Krater absteigen (200m), dann läuft man am Krater LEO vorbei zum Gipfel dessen Weg ausgezeichnet markiert ist um auch bei Nebel wieder zurück zu finden, strahlend blauer Himmel lässt diese Wanderung unvergesslich sein - kurz vor dem Kraterrand werden wir vom Polizeihubschrauber aufgefordert, da ein Ausbruch bevorstehen würde, sofort umzudrehen.
Samstag 13. September
Auch heute ist das Wetter wolkenlos und sonnig warm, wir fahren schon frühmorgens ins Bergdorf Cilaos das 1200m hoch liegt. Erst der Küste entlang nach St. Louis dann der Beschilderung folgend in eine tiefe Schlucht hinein einem Fluss folgend. Die Landschaft ist atemberaubend und aufgrund des herrlichen klaren Wetters hat man tolle Aussichten auf die umliegenden Berge. Die Strasse führt in über 300 Kurven und durch 3 einspurige Tunnels hinauf vorbei an Le Palmiste Range nach Cilaos - hier stehen die höchsten Berge der Insel rundum - Piton des Neiges mit 3070m, Le Gros Morne 2991m und Grand Benare mit 2896m. Spitzkehren wechseln mit Haarnadelkurven, Serpentinen führen mal auf, mal ab, manchmal verengt sich die Strasse auf Fahrzeugbreite, wer jetzt entgegenkommt, braucht den Rückwärtsgang. Keine Angst, es ist überall geteert, und diese Engstellen sind die Ausnahme. Spitze Bergnadeln tauchen auf, steile bis senkrechte und trotzdem mit Agaven bewachsene Felswände begleiten die Strasse, und gegen Ende der 30 Kilometer zwängt man sich noch durch zwei kleine Tunnels, wobei es sich empfiehlt, vorher erst einmal hineinzusehen, ob nicht gerade ein anderes Fahrzeug entgegenkommt, zwei nebeneinander haben nämlich keinen Platz darin. Cilaos hat einen kleinen netten Ortskern, dort findet sich ein Touristen-Informationszentrum, das über die Freizeit- und vor allem die fantastischen Wander- und Trekkingmöglichkeiten Auskunft gibt. Wer wandern möchte, profitiert auch vom sehr angenehmen und milden Klima, und die sengende Tropensonne, die theoretisch hier vom Himmel scheinen würde, wird zumeist ab Spätvormittag und Mittag durch die aufziehenden Wolken gemildert. In Cilaos ist man auf Familien mit Kindern genauso gut eingestellt wie auf Senioren, es gibt Wanderungen und Routen in allen Schwierigkeitsgraden, natürlich auch Mehrtagestouren für Trekking-Freaks. Nahe der bereits erwähnten Touristeninformation und der auch schon genannten Kirche, in der Mann auf ein Gemälde mit dem Papst darauf trifft, beginnt die kleine Hauptstrasse von Cilaos. Es gibt das eine oder andere nette Restaurant, Cafe-Bars und Teestuben, Schaufenster reiht sich an Schaufenster, es gibt Läden und Souvenirshops. Und natürlich die Mairie, das Rathaus mit dem unvermeidlichen Springbrunnen davor.
Sonntag 14. September Auch heute wieder herrliches Wetter, wir fahren an der Westküste entlang nach Boucan Canot zu unserem nächsten Hotel. Das Hotel liegt direkt am wunderschönen Sandstrand, das Meer schimmert in allen Blau und Grüntönen. Nach der Ankunft bestellen wir uns ein großes Bier das 8€ kostet, gehen schwimmen und sehen uns das kleine Dörfchen an, leider sehr von Betonburgen geprägt. Abends essen wir im Dorf in einer sehr guten Pizzeria, genießen Rapper auf der Strasse.
Montag 15. September Machen heute einen Ausflug auf den Le Maido - Aussichtspunkt (2 203 m) Von Saint-Paul und Saint-Gilles-les-Bains aus gibt es verschiedene Möglichkeiten, um in ein bis zwei Stunden zum spektakulären Gipfel des Piton Maido zu gelangen. Zunächst hält man sich in Richtung Le Guillaume (am besten zu erreichen über Saint-Gilles-les-Hauts), wo man auf die ausgebaute Forststraße RF8 stößt. Über La Petite France führt sie durch verschiedene Vegetationsstufen bis hinauf zum Gipfel des Maido. Vom Parkplatz aus sind es dann nur noch wenige Meter zur Felswand, über die ein steiler Weg direkt hinab in den Mafate führt. Einen Blick in die zerklüftete Felslandschaft des dünnbesiedelten Cirques bleibt wahrscheinlich nur Frühaufstehern vorbehalten, da häufig bereits kurz nach Sonnenaufgang die ersten Wolken über dem Bergkessel aufziehen. Das scheint auch heute so zu sein, dichte Nebelschwaden sind schon bei unser Ankunft vorhanden, man sieht nur phasenweise ein paar Berge und das Dörfchen La Nouvelle. Am Nachmittag erholen wir uns wieder am Pool des Hotels, packen unsere Sachen da wir am nächsten Tag nach Mauritius fliegen. Man sollte min. 2 Stunden bis zum Flughafen einplanen da am Morgen ewiger Stau herrscht.
Ankunft in La Reunion um 9 Uhr 50 mit rauer Landung, die Zeitverschiebung beträgt 2 Stunden, die Zollformalitäten sind schnell erledigt und neben dem Flughafen nur einige Schritte entfernt können wir bei AVIS unser Leihauto einen Citroen 4 abholen - leider ein wenig klein für 4 Personen und so quetschen wir unser Gepäck in jede Ecke hinein. Von hier aus geht es der Westküste entlang nach St. Andre, bei der Ausfahrt D 48 zweigen wir nach Hellbourg in die Cirque de Salazie ab.
Schon am Eingang des Talkessels offenbart sich sein Zauber in unzähligen Wasserfällen, die sich wie Fäden an den steilen Felswänden der Bergmassive herunterschlängeln. Kurz vor der symbolischen Pforte zum Cirque, einer Brücke die als La Escalier bezeichnet wird, fährt man unter dem Roche qui pleure hindurch, einem kleinen Wasserfall, der sich vornehmlich nach der Regenzeit bemerkbar macht und direkt auf die Straße niedergeht. Viele Autofahrer bremsen unter dem »weinenden Stein« nicht nur wegen der schlechten Sicht und der nassen Fahrbahn, sondern um die Gelegenheit für eine kostenlose Wagenwäsche zu nutzen.
Salazie, was im Madagassischen soviel wie »gutes Lager« bedeutet, war lange Zeit Zufluchtsort für vorwiegend aus Madagaskar stammende, von den Plantagen der Küstenregionen entflohene Sklaven. Viele Orte im Cirque tragen noch heute die Namen berühmter Schwarzer, so zum Beispiel der Piton De Anchaing, um den sich zahlreiche, traurige Legenden ranken. Anfang des 19. Jahrhunderts zogen immer mehr weiße Siedler in den Cirque, die sich, von den großen Plantagenbesitzern der Küsten ihrer Grundlagen beraubt, auf dem fruchtbaren Boden der Höhen eine neue Existenz aufbauen wollten. Die üppige Vegetation verdankt der Cirque dem feuchtwarmen Klima des Ostens. Berühmt wurde er vor allem für sein Chou-chou, eine Gemüsepflanze deren hellgrüne, gurkenähnliche Knollen ebenso verzehrt werden wie die Blätter und Ranken. Anfang das 20. Jahrhunderts rückte der Salazie ins Licht der Modewelt, als aus den getrockneten und ausgeschabten Fasern des ursprünglich aus Brasilien stammenden Chou-chou, Hüte und andere Accessoires für die feine Gesellschaft Europas produziert wurden. Die italienischen Hauptabnehmer brachten ihr den Namen »Pai d´Italie« ein.
Die erste größere Ortschaft des Cirque stellt das gleichnamig Salazie dar. Die wenigsten Besucher halten sich lange in der von Betonhäusern dominierten Siedlung auf. Von Salazie aus geht es in steilen Serpentinen nach Hellbourg. Kurz nach Salazie kann man die so genannten Brautschleierfälle betrachten.
Hier übernachten wir für 2 Tage im Hotel Le Relais de Cimes das am Ende des Dorfes steht, es hat 29 Zimmer mit Dusche, WC und Satellitenfernsehen - von hier aus hat man schon tolle Ausblicke auf die umliegenden Berge. Das Zimmer ist einfach, sauber und ruhig. Am Nachmittag machen wir Spaziergänge in die Umgebung des Dorfes, besuchen den wunderschönen mit vielen Blumen bewachsenen Friedhof und genießen einen sonnigen Tag auf der Terrasse des Hotels. Betrachtet man sich Hell-Bourg mit seinen prächtigen kreolischen Holzhäusern und den alten Villen, so scheint die Zeit seit damals stehen geblieben zu sein. Auch heute gehören die Besucher zu den wichtigsten Einnahmequellen der Stadt. Abends essen wir im hoteleigenen Restaurant, ich bestelle mir ein Gericht mit dem klingenden Namen „ Tides au Massale de Beouf“ und bekomme Rindermagen in Curry - zum Glück nimmt mir Papa diese Speise ab.
Mittwoch 10. September Nach dem Frühstück und bei herrlichem Sonnenschein fahren wir um 8 Uhr nach Salazie, kurz davor zweigt die Strasse nach Le Belier ab. Wir kommen nach Mare a Vieille Place, ein kleines Dorf mit bunten einfachen kreolischen Hütten, weiter geht’s durch eine wilde schroffe fast unberührte Natur mit tiefen Schluchten nach Grand Ilet und danach in steilen Serpentinen hinauf nach Le Belier bis zum Ende vom Parkplatz. Von hier aus wandern wir in einer Stunde auf ein Joch und genießen tolle Ausblicke in die Cirque Mafate auf das Dorf La Nouvelle - dieser Teil der Cirques kann nur zu Fuß erreicht werden, Nebel tritt sehr schnell auf und man sieht dann kaum einige Meter weit, plötzlich Geräusch eines Hubschraubers der vom Joch aus Lebensmittel und lebendige Hühner in das Tal fliegt. Auf dem Weg zurück zum Auto sieht man an den schroffen Felsen eine Vielzahl von alpinen Blumen in allen Farben. Stopp an einem Fluss und dann am Nachmittag in Hellbourg in einem kleinen Cafe ein Mittagessen eingenommen. Es gibt ein Curry mit Huhn, Reis und Chou Chou Gemüse. Abends essen wir wieder im Hotel.
Donnerstag 11. September
Heute stehen wir schon früh auf, frühstücken und fahren bis St. Andre und dann der Küste entlang bis zu unserem nächsten Hotel in Grand Anse das Palm&Spa, ein Hotel der Luxusklasse. Nach St. Benoit geht es bei Beaufonds von der Autobahn auf die N2 - bis Ste Rose durchqueren wir große Zuckerrohrfelder um danach an der Küste klein gelegene Dörfer die mit vielen Blumen geschmückt zu durchqueren. Immer wieder hat man tolle Ausblicke auf die Küste, meist sehr wild und schroff, nur selten sieht man kurze Strandabschnitte. Kurz nach Sainte-Rose kommen wir zur Kirche Notre-Dame des Laves in Piton Sainte-Rose Hier findet man Zeugnisse eines der vielen kleinen Wunder Réunions. Notre-Dame des Laves, eigentlich eine ganz normale Kirche, wären da nicht die noch heute sichtbaren Lavamassen, die das Gotteshaus umschließen. Während des Ausbruchs 1976 gelangte das Magma, nachdem es zuvor den kleinen Ort Piton-Sainte-Rose durchquert hatte, bis zur Kirche, teilte sich und floss um das Gebäude herum.
Nach Bois Blanc durchqueren wir die Lavaströme der vergangenen Ausbrüche. Ein Paradies für Fotografen um die herrlichen Lavafelsen aufzunehmen. Nach diesen Lavaströmen nehmen wir einen Kaffee in Tremblet ein und kaufen etwas Vanilleschoten St. Philippe, Baril und Cap Mechant Die Stadt St. Philippe hat für Touristen nicht viel zu bieten. Interessant ist jedoch die wildromantische Regenwald- und Lavalandschaft. Oberhalb von St. Philippe befindet sich der Foret de St. Philippe, in dem sich zwei interessante botanische Lehrpfade befinden. Zu erreichen sind diese über eine Forststrasse, die gut 1 Kilometer westlich von St. Philippe rechts abgeht. Leider hat unsere Zeit nicht mehr ausgereicht, um uns auf den Pfad zu begeben.
Wen es interessiert, der informiere sich am besten in St. Philippe oder im Hotel. Unser Gastgeber im Hotel Le Baril im Ortsteil Baril wusste jedenfalls viel darüber zu erzählen. Auch der Jardin des Parfums et des Epices, der Parfüm- und Gewürzgarten, befindet sich in der Nähe. Weitere Informationen erhält man in der Office du Tourisme in St. Philippe. Nur einen Kilometer weiter Richtung St. Joseph befindet sich die Zufahrt zum Cap Méchant, einer Felszunge, die schon in der Piratenzeit berühmt berüchtigt war. Hier blickt man auf den ständigen Kampf zwischen dem schroffen Lavagestein und die Meer... Der Süden Réunions ist geprägt von den Ausläufern des Piton de la Fournaise im Osten und dem Zugang des Cirque de Cilaos. Hinter den drei Küstenstädten St. Joseph, St. Pierre und St. Louis beginnt die Landschaft sanft anzusteigen und bildet zwischen dem Cirque de Salazie und dem Piton de la Fournaise dann das Hochplateau, die Plaine. Im äußersten Südosten geht unsere Rundtour um die Insel weiter. Am östlichsten Punkt der Insel gibt es interessante Lavafelder zu besichtigen. Der Vulkanlehrpfad Point de la Table Dieser interessante Lehrpfad befindet sich von Norden kommend kurz vor St. Philippe. Hier kann man Zeuge werden, wie über 2 Mio. Kubikmeter Lavamasse des Vulkanausbruches von 1986 die Insel um ca. 25 ha vergrößert haben. Sehenswert sind vor allem die vielen unterschiedlichen Lavaarten, Einschlüsse, Tuben und Lavatunnel, die es hier zu entdecken gibt.
Das Hotel Palm&Spa Beim Erreichen unserer Unterkunft in Grand Anse sind wir von unserem sehr noblen und modernen Hotel begeistert, schon die Begrüßung (warme Tücher und Cocktails) lässt erahnen dass wir an einem feinen Ort gelandet sind. Die Zimmer sind vom feinsten, Flachbildschirm, Blumen auf dem Bett, exklusive Minibar, Früchtekorb usw., Tagsüber erholen wir uns am Pool, genießen die Aussicht auf den Strand den man in 15 min zu Fuß erreicht, das Hotel selber ist oberhalb des Strandes in den Hügel gebaut. Von der Terrasse aus können wir am Nachmittag Wale beobachten. Dann spazieren wir in ca. 15min an den Strand „Grand Anse“, sammeln wunderschöne Muscheln. Der Strand selbst lässt jedes Urlauberherz höher schlagen. Inmitten einer Bucht findet man schattenspendende Palmen, weißen Sand und eine Küste wie aus dem Bilderbuch. Einziger Wermutstropfen: man kann, auch bei ruhiger See, wegen der starken Strömungen nicht baden. Nur ein geschütztes Felsbecken sorgt für Erfrischung. Während der Nebensaison und unter der Woche ist es in der Regel angenehm ruhig. Abends essen wir im Hotel, sehr fein aber auch sehr teuer und keiner isst was er bestellt hat. Die billigste Flasche Rotwein kostet 28€ und auf der Rechnung scheint dann 58€ auf. Eine Hauptspeise gibt es nicht unter 20€. In allem bezahlen wir 220€.
Freitag 12. September Wolkenloser Himmel, Frühstück um 6 Uhr und um 7 Uhr fahren wir zum Vulkan Piton de la Fournaise (2632m), zuerst der Küste entlang dann über La Tampon, Bourg Murat bis zum Parkplatz Pas de Bellecombe auf 2305m. Schon die Anfahrt ist atemberaubend, tiefe Schluchten, Almen mit Kühen und die schroffe Vulkanlandschaft.
Margit und Manfred machen sich auf um den Gipfel zu besteigen - zuerst muss man in einen gewaltigen Krater absteigen (200m), dann läuft man am Krater LEO vorbei zum Gipfel dessen Weg ausgezeichnet markiert ist um auch bei Nebel wieder zurück zu finden, strahlend blauer Himmel lässt diese Wanderung unvergesslich sein - kurz vor dem Kraterrand werden wir vom Polizeihubschrauber aufgefordert, da ein Ausbruch bevorstehen würde, sofort umzudrehen.
Samstag 13. September
Auch heute ist das Wetter wolkenlos und sonnig warm, wir fahren schon frühmorgens ins Bergdorf Cilaos das 1200m hoch liegt. Erst der Küste entlang nach St. Louis dann der Beschilderung folgend in eine tiefe Schlucht hinein einem Fluss folgend. Die Landschaft ist atemberaubend und aufgrund des herrlichen klaren Wetters hat man tolle Aussichten auf die umliegenden Berge. Die Strasse führt in über 300 Kurven und durch 3 einspurige Tunnels hinauf vorbei an Le Palmiste Range nach Cilaos - hier stehen die höchsten Berge der Insel rundum - Piton des Neiges mit 3070m, Le Gros Morne 2991m und Grand Benare mit 2896m. Spitzkehren wechseln mit Haarnadelkurven, Serpentinen führen mal auf, mal ab, manchmal verengt sich die Strasse auf Fahrzeugbreite, wer jetzt entgegenkommt, braucht den Rückwärtsgang. Keine Angst, es ist überall geteert, und diese Engstellen sind die Ausnahme. Spitze Bergnadeln tauchen auf, steile bis senkrechte und trotzdem mit Agaven bewachsene Felswände begleiten die Strasse, und gegen Ende der 30 Kilometer zwängt man sich noch durch zwei kleine Tunnels, wobei es sich empfiehlt, vorher erst einmal hineinzusehen, ob nicht gerade ein anderes Fahrzeug entgegenkommt, zwei nebeneinander haben nämlich keinen Platz darin. Cilaos hat einen kleinen netten Ortskern, dort findet sich ein Touristen-Informationszentrum, das über die Freizeit- und vor allem die fantastischen Wander- und Trekkingmöglichkeiten Auskunft gibt. Wer wandern möchte, profitiert auch vom sehr angenehmen und milden Klima, und die sengende Tropensonne, die theoretisch hier vom Himmel scheinen würde, wird zumeist ab Spätvormittag und Mittag durch die aufziehenden Wolken gemildert. In Cilaos ist man auf Familien mit Kindern genauso gut eingestellt wie auf Senioren, es gibt Wanderungen und Routen in allen Schwierigkeitsgraden, natürlich auch Mehrtagestouren für Trekking-Freaks. Nahe der bereits erwähnten Touristeninformation und der auch schon genannten Kirche, in der Mann auf ein Gemälde mit dem Papst darauf trifft, beginnt die kleine Hauptstrasse von Cilaos. Es gibt das eine oder andere nette Restaurant, Cafe-Bars und Teestuben, Schaufenster reiht sich an Schaufenster, es gibt Läden und Souvenirshops. Und natürlich die Mairie, das Rathaus mit dem unvermeidlichen Springbrunnen davor.
Sonntag 14. September Auch heute wieder herrliches Wetter, wir fahren an der Westküste entlang nach Boucan Canot zu unserem nächsten Hotel. Das Hotel liegt direkt am wunderschönen Sandstrand, das Meer schimmert in allen Blau und Grüntönen. Nach der Ankunft bestellen wir uns ein großes Bier das 8€ kostet, gehen schwimmen und sehen uns das kleine Dörfchen an, leider sehr von Betonburgen geprägt. Abends essen wir im Dorf in einer sehr guten Pizzeria, genießen Rapper auf der Strasse.
Montag 15. September Machen heute einen Ausflug auf den Le Maido - Aussichtspunkt (2 203 m) Von Saint-Paul und Saint-Gilles-les-Bains aus gibt es verschiedene Möglichkeiten, um in ein bis zwei Stunden zum spektakulären Gipfel des Piton Maido zu gelangen. Zunächst hält man sich in Richtung Le Guillaume (am besten zu erreichen über Saint-Gilles-les-Hauts), wo man auf die ausgebaute Forststraße RF8 stößt. Über La Petite France führt sie durch verschiedene Vegetationsstufen bis hinauf zum Gipfel des Maido. Vom Parkplatz aus sind es dann nur noch wenige Meter zur Felswand, über die ein steiler Weg direkt hinab in den Mafate führt. Einen Blick in die zerklüftete Felslandschaft des dünnbesiedelten Cirques bleibt wahrscheinlich nur Frühaufstehern vorbehalten, da häufig bereits kurz nach Sonnenaufgang die ersten Wolken über dem Bergkessel aufziehen. Das scheint auch heute so zu sein, dichte Nebelschwaden sind schon bei unser Ankunft vorhanden, man sieht nur phasenweise ein paar Berge und das Dörfchen La Nouvelle. Am Nachmittag erholen wir uns wieder am Pool des Hotels, packen unsere Sachen da wir am nächsten Tag nach Mauritius fliegen. Man sollte min. 2 Stunden bis zum Flughafen einplanen da am Morgen ewiger Stau herrscht.